Klassische Archäologie
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Berufsfelder

Klassische Archäologie studiert - und was dann?

Wie bei vielen universitären Disziplinen gibt es auch hinsichtlich der Klassischen Archäologie kein Patentrezept für die Berufsfindung nach dem Studium. Vielmehr eröffnet sich ein breites und buntes Feld an Berufsmöglichkeiten - gerade auch außerhalb der Universitäten.

In welche Bereiche dieser Weg gehen kann, erzählen Euch einige ehemalige Studierende des Instituts:

 

Polly Lohmann

Polly_Lohmann_KlassArch_HD "Mehr denn je tut man als Archäologe und Geisteswissenschaftler heute gut daran, ein Allrounder zu sein – das merke ich als Kuratorin der Heidelberger Abguss- und Antikensammlung quasi täglich. Schon im Studium habe ich versucht, Einblicke in möglichst viele Aspekte archäologischer Arbeit zu bekommen: als Hilfskraft an der Uni und am DAI, durch Praktika in den Bereichen Museumswesen und Datendigitalisierung, durch die Mitarbeit in verschiedenen Grabungsprojekten. Während der Promotion habe ich dann vor allem mein liebstes Hobby, das Schreiben, weiter vertieft und neben wissenschaftlichen Texten auch in Kultur- und Nachrichtenmagazinen und auf eigenen Blogs publiziert. Das hat mich anschließend als Volontärin ins Verlagswesen und als PR-Frau in ein Start-Up geführt und mir letztendlich auch zu meiner jetzigen Stelle als Akademische Rätin und Kuratorin am Heidelberger Institut für Klassische Archäologie verholfen. Neben Forschung und Lehre bin ich auch für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement zuständig, was die Arbeit sehr vielseitig, aber auch anspruchsvoll macht."

 

Carina Schulz

Carina_Schulz "Ich habe nach meinem Master in Klassischer Archäologie zwei Praktika gemacht, um die verschiedenen Aufgabenbereiche im Personalwesen kennenzulernen. Beim zweiten Praktikum habe ich gefunden, was ich gesucht habe und bin seit 2014 als Recruiterin bei einem damals noch recht jungen und unbekannten Ingenieursdienstleister (MCA Engineering) tätig. Meine tägliche Arbeit erstreckt sich von aktiver Suche auf Karrierenetzwerken und Lebenslaufdatenbanken über Bewerbermanagement und Telefoninterviews bis hin zu Hochschulmarketing und Social Media Marketing. Mittlerweile sind wir über 120 Mitarbeiter und ich leite als Recruiting Managerin ein Team von drei Recruitern und koordiniere sämtliche Recruitingabläufe und Marketingstrategien. Da es in der Archäologie kein „Schema F“ gibt, das zum Erfolg führt, lernt man sehr schnell, abseits von den üblichen Lösungswegen zu denken, eigenverantwortlich zu arbeiten und kann dadurch flexibel auf Situationen reagieren. In meiner jetzigen Position in einem auf Wachstum ausgerichteten Unternehmen muss ich viele unterschiedliche Themen gleichzeitig im Blick haben und mich immer neuen Themen widmen, um weiterzukommen. In der Archäologie wäre der Karriereweg vermutlich recht ähnlich gewesen, auch wenn das Umfeld ein anderes ist."

 

Dominique Schädler

"Im Gegensatz zu meinen Kommilitonen bin ich schon mit einer Ausbildung und mehrjährigen Berufserfahrung im Personalbereich in mein Archäologiestudium gestartet und habe eigentlich nach meinem Studium auch genau dort wieder angesetzt. Wichtig waren mir bei meinem Studium immer Zusatzqualifikationen und Praktika etc. um möglichst breit aufgestellt zu sein. Aus finanzieller Sicht hat sich mein Studium zuerst nicht gelohnt, meine bisherigen Arbeitgeber fanden jedoch meinen Lebenslauf mit dem Schwenk in die Archäologie durchweg interessant und dies war bei Vorstellungsgesprächen u.a. immer ein gerne angesprochenes Thema. Auf mein individuelles Profil war und bin ich auch sehr stolz. Das wichtigste, das ich aus meinem Studium gelernt habe, ist ein Verständnis für andere Kulturen und deren Bräuche. In der Arbeitswelt vor allem die Recherche und Analyse von Informationen, deren Auswertung und sinnvoller Präsentation, komplexe Zusammenhänge erkennen und Lösungsansätze finden. Das sind Kompetenzen, die das Studium mit sich bringt und die anschließend das Leben bereichern."

 

Peter Mayr

"Die Privatnachhilfe Peter Mayr, die sich ausschließlich auf die Fächer Latein und Altgriechisch konzentriert, wurde eher aus der Not geboren, da sich das angestrebte Berufsziel - ich wollte tatsächlich Archäologe werden - leider nicht verwirklichen ließ. Obwohl ich mehrere Jahre als Archäologe auf Grabungen und im Museum tätig war und sich einige Möglichkeiten boten, waren die Verdienstmöglichkeiten und die Planbarkeit derartig gering, dass ich mich arbeitslos melden musste. Die Warnungen der Dozenten waren damals sicher nicht ermutigend, aber leider doch zutreffend.
Dank eines Existenzgründungszuschusses des Arbeitsamts und diverser Kollegen meiner alten Schule sowie einiger Kommilitonen der alten Sprachen, die nach und nach Lehrer an den Münchener Gymnasien wurden, hatte ich aber einen denkbar guten Start. Inzwischen besuchen mich auch diverse Studenten - das Graecum ist doch tatsächlich noch in einigen Fächern gefragt - und auch Berufstätige und Senioren, die schlicht Spaß an den alten Sprachen haben.
Das Studium der Klassischen Archäologie ermöglicht mir bei meiner Arbeit, den manchmal doch etwas trockenen Lernstoff aufzulockern und mit Inhalt zu füllen. Die Grundtechniken der Archäologie, genaue Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, Inhalte adäquat zu beschreiben und in eloquente Worte zu fassen, sind dabei mehr als hilfreich. Zudem bemerkt man, dass die Aura des Archäologen nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen durchaus Eindruck hinterlässt, was man während des Studiums nicht immer gespürt hat, einem jetzt aber am Ende des Tages ein gutes Gefühl gibt."