Archäologisches Kolloquium
Wenn nichts anderes erwähnt, finden die Vorträge jeweils am Montag um 18 Uhr c.t. im Großen Hörsaal 242 in der Katharina-von-Bora-Str. 10 statt!
Das Institut für Klassische Archäologie lädt herzlich ein.
Im RAHMEN DES ARCHÄOLOGISCHEN KOLLOQUIUMS SPRECHEN IM SOMMERSEMESTER 2026
20.04.2026
Prof. Dr. Marion Meyer (Wien)
Große Ereignisse und ihr langer Schatten: Überlegungen zu "Themistokles' tropaion"
"Nach dem Sieg über die Perser in der Seeschlacht von Salamis im Herbst 480 v.Chr. fanden die Athener ihre Heimat verwüstet vor, konnten sich aber als Retter der Freiheit der Griechen fühlen (und zur führenden griechischen Seemacht aufsteigen). Siegesdenkmäler erinnerten an diesen Erfolg. Eines markierte das Inselchen Psyttaleia als Gedenkort der Schlacht; ein weiteres, in kaiserzeitlichen Quellen mit dem Namen des Themistokles (dem Kommandanten der athenischen Flotte) verbunden, stand auf der Insel Salamis. Materielle Reste haben sich nicht erhalten. Meine (hypothetischen) Schlussfolgerungen zu den Intentionen, die zur Errichtung beider Monumente führten, stützen sich auf literarische und epigraphische Zeugnisse."
27.04.2026
Prof. Dr. Dietrich Boschung (Köln)
Imagination. Findung und Erfindung antiker Porträts
"Der Wunsch, die prägenden Persönlichkeiten der Antike nicht nur aus literarischen Texten, sondern auch aus eigener Anschauung kennen zu lernen, führte seit der Renaissance zu einer Vielzahl von Benennungen der neu entdeckten Skulpturen. Sie wurden dadurch, oft unabhängig von ihrer ursprünglichen Bedeutung, zur Verkörperung der exemplarischen Eigenschaften und Leistungen historischer Figuren. Der Vortrag bespricht unterschiedliche Versuche seit der Antike, durch die Verknüpfung von Namen und Bildnissen eine imaginierte Vergangenheit zu veranschaulichen und zu ordnen."
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04.05.2026
Prof. Dr. Dimitris Damaskos (Patras)
Neue und alte Funde aus Amphipolis
"Amphipolis liegt an einem geopolitisch äußerst bedeutenden Ort an der Mündung des Strymonischen Golfs in Nordgriechenland. Aus diesem Grund war der Ort bereits vor seiner Gründung durch die Athener im Jahr 437 v. Chr. wegen der Nutzung der Reichtum schaffenden Ressourcen aus den umliegenden Gebieten begehrt. Seit der Zeit der makedonischen Könige und später in der römischen Epoche entwickelte sich Amphipolis zu einem städtischen Zentrum mit einem großen Handelshafen. Die jüngsten Ausgrabungen auf der Akropolis versuchen, eine Stadt archäologisch zu erschließen, die eine wichtige Rolle in entscheidenden Episoden der griechischen Geschichte spielte, wie dem Peloponnesischen Krieg und dem Feldzug Alexanders des Großen."
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18.05.2026
Prof. Dr. Véronique Dasen (Fribourg)
Locus Ludi. The Cultural Fabric of Play and Games in Classical Antiquity
"This lecture presents the results of the five-year research project Locus Ludi which revisited ancient Greek and Roman cultures through the lens of play and games. New interpretations of texts, material remains and iconography build a new vision of ludic culture and of social and religious dynamic in classical antiquity."
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08.06.2026
Prof. Dr. Eva Winter (Jena)
Nahbei und doch so fern. Siphnos als Muster einer insularen Mikroregion
"Die Turmgehöfte auf der Kykladeninsel Siphnos sind bereits seit Langem Gegenstand der Forschung: Der Vortrag gibt Einblicke in ein mehrjähriges Forschungsprojekt, das fragte, wie in dieser insularen Mikroregion die Netzwerke unter den über 70 Standorten funktionierten, welche Zwecke sie erfüllten und warum überhaupt so viele dieser Architekturen errichtet wurden."
15.06.2026
Dr. Alessandro D'Alessio (Rom)
The Terraced Italic Sanctuaries of the Late Republican Period:
Forms and Functions
"The focus of the lecture is to explain and highlight some of the essential characteristics of the organisation and structure of late Republican Italic sanctuaries, which were not only to influence, but in some ways also became the base of and be constituent to subsequent Roman architectural production at least until the third century AD. From the "invention", between the late third century and the second century BC, of opus caementicium and its direct application to vaulted systems (arches and vaults), to the acquired ability to extend, dilate, model, in other words to organise and give function to the architectural space as it had never been possible before; from the employ of the association temple-cavea-porticus/platea and of the more obviously "Hellenistic" theme of the porticus/stoa as a defined space enclosed within itself, to the gradual and eventually widespread affirmation of the so-called Theatermotiv, the solution of the arch framed by the trilithic system, which was to be so successful in the centuries to come: all these are characteristics of the great Italic sanctuaries that represent the onset of one of the most fervid periods of ancient architecture, becoming a point of reference for the splendid forums of Rome and its immense empire built by the emperors in the days to come."
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22.06.2026
Prof. Dr. Dietrich Raue (Kairo)
Ende und Anfang im Sonnentempel von Heliopolis
"Heliopolis war über mehr als 2400 Jahre eines der bedeutendsten Kultzentren des Alten Ägypten. Der dortige Sonnentempel verband Vorstellungen von Schöpfung, Weltordnung und königlicher Herrschaft und genoss bis in die Spätzeit hinein hohes Ansehen. Obwohl der Fundplatz heute durch moderne Bebauung und steigendes Grundwasser stark gefährdet ist, haben neue ägyptisch-deutsche Forschungen seit 2012 wichtige Erkenntnisse zur Kulttopographie, Architektur und Geschichte des Heiligtums erbracht. Der Vortrag widmet sich der letzten großen Phase des Tempels im 4. Jh. v. Chr., den Spuren seines Abbaus in ptolemäischer Zeit und der späteren Wiederverwendung heliopolitanischer Denkmäler im Römischen Reich."
29.06.2026
Antje-Sophie Menschner, M.A. (Freiburg)
Mensch oder Monument? Die hybride Gestaltung antiker
Körperhermen
"Oben figürlich gerundete Formen, unten ein kantig-glatter Pfeiler: Antike Körperhermen kombinieren scheinbar gegensätzliche Formelemente zu hybriden Skulpturen. Die Gestaltung selbst wird zum Thema der Bildwerke, mittels derer sie seit dem 4. Jh. v. Chr. abstrakte Ideenkonzepte visuell verhandeln. Dabei lässt sich beobachten, wie einerseits etablierte Gestaltungsprinzipien tradiert wurden, sich die Bildform andererseits in Themen- und Formenwahl an veränderte Bedürfnisse der Hausausstattung anpassen ließ. Das Interesse an Körperhermen riss bis zum 4. Jh. n. Chr. nicht ab und verrät uns, wie sich Geschmack und ästhetisches Empfinden ihrer Nutzer:innen wandelte. Der Vortrag bespricht die Ergebnisse eines Dissertationsprojektes, das die Verzahnung von Inhalten und Formen an Körperhermen untersucht und eruiert hat, wie die hybride Gestaltung zur Sinnkonstruktion beitrug."
06.07.2026
Prof. Dr. Jochen Griesbach (Würzburg)
Bessere Hälften? Zu den Grabbüsten aus Apollonia und andernorts
"Unter den Skulpturen aus Apollonia befindet sich eine beachtliche Serie von Grabbüsten, vornehmlich von Frauen, die aufgrund von auffälligen Trachtbestandteilen lange Zeit als repräsentativer Ausdruck illyrischen Identitätsbewusstseins missverstanden worden sind. Tatsächlich sind vergleichbare Denkmäler aber nicht nur im südwestlichen Balkangebiet, sondern auch in verschiedenen Regionen Süditaliens verbreitet gewesen. Der Vortrag untersucht die Ursprünge und funktionale Rekonstruktion der Gattung, beleuchtet ihre Anhaltspunkte für eine Chronologie und versucht sich schließlich an einer sozialgeschichtlichen Einordnung des Phänomens."
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18. Herbert Lutz Gedächtnis Vorlesung
Donnerstag 16.07.2025
Prof. Dr. Francesco de Angelis (New York)
Triumphbögen Italiens in Afrika. Antikenrezeption und Modernismus
im kolonialen Kontext
Ort: Auditorium des Ägyptischen Museums, Arcisstr. 16, 80333 München
Das Institut für Klassische Archäologie lädt herzlich ein.
Programm zum Download
- kolloquium boschung 2026 (1 MByte)
- D´Alessio poster (1 MByte)
- Einladung Archäologisches Kolloquium_06.07.2026 (1 MByte)
- Einladung Archäologisches Kolloquium_04.05.2026 (1 MByte)
- Terminübersicht Archäologisches Kolloquium SoSem 2026 (1 MByte)